Konstruktion: Tautologie:X1_ist_X1
Kurzname der Konstruktion:
Diese Konstruktion ist Teil der Konstruktionsfamilie Kategorisierung:XP_Kopula_YP
Diese Konstruktion ist Teil der Konstruktionsfamilie Tautologie_Kopula
Konstruktionstyp:
Syntaktische Konstruktion
Struktur/Form der Konstruktion:
X1_bleiben_X1
X1_bleibt_X1
X1_heißt_X1
X1_ist_X1
X1_sind_X1
Die Tautologie:X1_ist_X1-Konstruktion gehört zu den Tautologiekonstruktionen (Tautologie_Kopula) und stellt die logisch wahre, tautologische Aussage auf, dass X mit sich selbst identisch ist.
Die Konstruktion besteht aus den beiden internen Kern-Konstruktionselementen (Kern-KE) KE:KategorieKategorie und KE:KopulaKopula. Dabei können diese beiden KE jedoch auch abwechselnd wiederholt realisiert werden, wodurch die Konstruktion verlängert und die Aussage der Konstruktion verstärkt wird.
Die Konstruktion wird, obgleich der eigentliche Informationsinhalt der Aussage null ist, genutzt, um zum Ausdruck zu bringen, dass es einen oder mehrere Aspekte von Mitgliedern der KE:KategorieKategorie gibt, die nicht geändert werden können, womit eine Aufforderung zur oder ein Eingeständnis von Akzeptanz einhergeht. Welche Aspekte relevant sind, ist kontextabhängig.
Nach Stumpf (2015) „[...] dient [die Konstruktion] in bestimmten Gesprächssituationen ‚zur Legitimierung von Handeln‘ (Gülich 1978: 21) bzw. zu Verstärkung einer Aussage[.]“
Weiterführende Informationen
Die Tautologie:X1_ist_X1-Konstruktion kann mehrfach hintereinander gestellt werden, um den Unterschied zwischen zwei Entitäten zu betonen:
Fleischer (1997) ordnet die Verbindung eines sich wiederholenden Substantivs, Adjektivs, Partizips II oder Adverbs durch die Kopula ist, wie sie in dieser Konstruktion vorliegt, dem Begriff der ‚Phraseoschablone‘ zu, einem Begriff, durch welchen eine Erscheinung erfasst werden soll, welche „[...] sich nicht der Differenzierung von nominativen und kommunikativen Phraseologismen einordnet.“ Es handelt sich hierbei um einen „[...] Grenzbereich der Phraseologie zur Syntax.“ Zwar syntaktische Strukturen, besitzen sie dennoch eine Art syntaktischer Idiomatizität. Dabei liegt beim syntaktischen Kontruktionsmodell „[...] eine vom entsprechenden nichtideomatischen Modell abweichende[...] Bedeutung“ vor. Nach Fleischer (1997) haben solche Konstruktionen „[...] eine festgeprägte Modellbedeutung, die bei Ausfüllung des Modells mit entsprechendem lexikalischem Material eine Wortverbindung erzeugt, deren allgemeine Bedeutung durch die Bedeutung des Modells bereits vorbestimmt ist (vgl. OŽEGOV 1974, 214).“
Stumpf (2015) beschreibt die Konstruktion als ein „[...] im Rahmen der Griceschen Konversationsmaximen [...] prototypisches Beispiel für einen (scheinbaren) Verstoß gegen die Quantitätsmaxime [...]“, deren Bedeutung mithilfe konversationeller Implikaturen sichtbar wird.
Morphosyntaktische Komplexität & Kategorie
Schematizität | Idiomatizität | Beschränkungen |
---|---|---|
1.0 | teilidiomatisch | ja (formseitig + semantisch/pragmatisch) |
Konstruktionselemente (KE) Kern Konstruktionselemente mit lexikalisch festen Instanzen (KE-lex)
Konstruktionselemente (KE) Kern Weitere Konstruktionselemente (KE)
Kategorie |
Das interne Kern-KE KE:KategorieKategorie wird in Form eines Nomens, eines Verbs oder eines Adjektivs zweimal auf identische Weise innerhalb der Konstruktion realisiert. „Da es sich hierbei um eine Konstruktion mit Leerstellencharakter handelt, ist die lexikalische Besetzung relativ frei.“ (Stumpf 2015) Die erste Realisierung der KE:KategorieKategorie erfolgt zu Beginn der Konstruktion direkt vor dem KE KE:KopulaKopula und die zweite Realisierung der Kategorie erfolgt direkt nach dem KE KE:KopulaKopula. Desweiteren kann die KE:KategorieKategorie abwechselnd mit dem KE KE:KopulaKopula wiederholt realisiert werden, wodurch die Konstruktion länger und die Aussage der Konstruktion verstärkt wird. Wird die KE:KategorieKategorie als Nomen realisiert, erfolgt die Realisierung stets artikellos. „Die Artikellosigkeit liegt darin begründet, dass mit der Konstruktion nicht auf bestimmte Referenzobjekte verwiesen wird.“ (Stumpf 2015) Evoziert die folgenden Frames: Beispiel: Ein anderes schönes Geschenk wäre es, wenn wir auch übers Jahr nicht vergäßen:
{ .
Und nicht Opfer erster und zweiter Klasse.
KE:KategorieMenschen KE:Kopulasind KE:KategorieMenschen KE:Kopulasind KE:KategorieMenschen |
Kopula |
Das interne Kern-KE KE:KopulaKopula wird entweder durch das Kopulaverb ist bzw. sind oder durch ein Verb in der Funktion eines Kopulaverbs wie heißen oder bleiben zwischen der ersten und der zweiten Realisierung der KE:KategorieKategorie realisiert. Desweiteren kann das KE KE:KopulaKopula abwechselnd mit der KE:KategorieKategorie wiederholt realisiert werden, wodurch die Konstruktion länger und die Aussage der Konstruktion verstärkt wird. Evoziert die folgenden Frames: Beispiel: Also, was immer die Zukunft an Personaltableaus bringt:
{ .
Und das ist der entscheidende Punkt.
KE:KategorieBerlin KE:Kopulableibt KE:KategorieBerlin |
Konstruktionselemente (KE) Nicht-Kern
Konstruktionselemente (KE) Korrelierende Elemente (KorE) exemplarisch